Hereford Rinder sind höchst soziale Tiere. Sie leben am liebsten im Herdenverband und Untersuchungen belegten eindeutig, dass die Kälber sich gesundheitlich und sozial am besten entwickeln, wenn sie an der Seite ihrer Mütter aufwachsen. Das ist die Grundlage unserer Haltung.

Unsere Hereford Herde 2020 / Thorsten Schneider, Vielbauch.de

Unsere Hereford Herde 2020 / Thorsten Schneider, Vielbauch.de

Inzwischen ist die Heiderinderherde auf mehr als 100 Tiere angewachsen. Sie sind auf drei Herdenteile aufgeteilt. Zum einen gibt es die „Jungstruppe“, in der die Herren allerdings von ein paar älteren Muttertieren begleitet werden. Die Damen sorgen dafür, dass Ruhe und Ordnung herrschen, denn auch wenn unsere männlichen Tiere alle kastriert werden, sind sie gelegentlichen Rangeleien gegenüber nicht abgeneigt.

Dann gibt es die Truppe der halbwüchsigen Mädels. Sie sind noch zu jung, um belegt zu werden und bleiben dadurch unter sich. Aber wie das bei Teenagern so ist, ist es auch hier gut, dass ein paar ältere Mutterkühe die Regeln festsetzen.

Die letzte Truppe ist die Nachwuchsherde. In diesem Herdenteil leben die meisten Kälber, ihre Mütter und der dazugehörige Bulle. Kalbungen gibt es das ganze Jahr über und oftmals kommen wir auf die Weide und entdecken ein neues Herdenmitglied.

Die Rasse Hereford ist dafür bekannt, sehr leichtkalbig zu sein. Das heißt, dass sie ohne Komplikationen ihre Kälber am liebsten allein zur Welt bringen.

Wir verbringen sehr viel Zeit bei den Rindern und beobachten sie in ihrer Sozialstruktur. Es ist eine Freude mit anzusehen, wie die Kälber von ihren Müttern umsorgt werden, wie sie sich, wenn sie älter werden, langsam in kleinen „Kindergartengruppen“ abnabeln und ohne ihre Mütter auf Erkundungstour gehen. Mit ca. acht Monaten, beim Einsetzen der Geschlechtsreife, müssen sie allerdings die Herde verlassen. Der Abschied fällt nicht schwer. Niemals gehen sie allein, Mutti kommt mit und die Eingliederung in die neuen Truppen klappt problemlos.

Es ist uns wichtig, dass die Tiere ein gutes und artgerechtes Leben haben. Wir schlachten frühestens nach 30 Monaten, ein Garant dafür, dass das Fleisch auch ohne Mastfutter fein marmoriert und von bester Qualität ist – dazu kommt natürlich, dass die Tiere in ihrer gewohnten Umgebung, ohne Stress, Transport und Schlachthof aus dem Leben gehen. So wird das Heiderinderfleisch zum höchsten Genuss.

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